Über 140 Jahre spanische Gitarrenbautradition - José Ramirez
José Ramírez I spezialisierte sich früh auf die Bedürfnisse von Flamenco-Gitarristen und entwickelte die "guitarra de tablao", die sich durch ihren brillanten, perkussiven Klang auszeichnete. Neben Flamenco-Gitarren stellte er aber auch Instrumente für andere Musikstile und unterschiedliche Spielweisen her. Seine Werkstatt wurde zudem zur Talentschmiede für viele spätere Meistergitarrenbauer, darunter sein eigener Bruder Manuel Ramírez, der als einer der einflussreichsten Gitarrenbauer seiner Zeit gilt.
José Ramírez II, selbst ein talentierter Gitarrist, verbrachte rund 20 Jahre in Südamerika, wo er nicht nur seine Frau Blanca kennenlernte, sondern auch neue Einflüsse aufnahm. Nach seiner Rückkehr nach Spanien übernahm er 1925 die Werkstatt seines verstorbenen Vaters und führte die Tradition fort.
Mit José Ramírez III kam es zu einem entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte des Unternehmens. In den Nachkriegsjahren führte er wesentliche Innovationen im Gitarrenbau ein, um den Anforderungen der modernen Konzertgitarristen gerecht zu werden. Er vergrößerte die Resonanzkörper, experimentierte mit neuen Lackierungen und führte als erster Gitarrenbauer Zedernholz für Decken ein – eine Innovation, die die klanglichen Möglichkeiten der Gitarre nachhaltig veränderte.
Sein Sohn, José Ramírez IV, setzte diesen Innovationsgeist fort. Neben der Weiterführung traditioneller Modelle entwickelte er mit der "1A Especial" eine neue Konzertgitarre und führte die beliebte "E"- und "R"-Serie ein, um hochwertigen Gitarrenbau auch für Studenten zugänglich zu machen.
Heute führt Amalia Ramírez das Erbe der Familie fort. Sie trat mit 21 Jahren in die Werkstatt ein und übernahm später die Leitung. Zusammen mit der nächsten Generation, Cristina und José Enrique Ramírez, sorgt sie dafür, dass die Tradition des Hauses Ramirez weiterlebt und die Gitarren nach wie vor zu den besten der Welt zählen.